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  • Jacqueline Portmann

Uebergewicht - mit welchem Katzenfutter nimmt meine Katze am besten ab?

Übergewicht

Sie haben sich entschieden, Ihre Katze auf Diät zu setzen? Super! Damit schenken Sie ihr mehr Lebensfreude, senken das Risiko für viele Krankheiten (unter anderem das Krebsrisiko) und verlängern ihre Lebenserwartung. Doch wie die Diät anfangen? Mit Lightfutter, FdH oder einer Spezialdiät? Hier lesen Sie, welches Katzenfutter Ihre Katze am gesündesten abnehmen lässt und welche Qualitätskriterien ein gutes Diätfutter erfüllen muss.

Welches Katzenfutter eignet sich am besten zum Abnehmen? Wissenschaftliche Studien haben eindeutig erwiesen: Eine nach neuesten medizinischen Erkenntnissen zusammengesetzte Reduktionsdiät bringt die besten Erfolge, denn ein solches Diätfutter fördert ein gesundes und nachhaltiges Abnehmen, ohne starken Verlust von Muskelmasse oder Jojo-Effekt.


Was ist der Unterschied zwischen Lightfutter und Diätfutter für Katzen? Der Begriff Light ist eine Marketingbezeichnung, die die Hersteller selbst vergeben dürfen. Sie bezeichnen damit meist das kalorienärmste Futter einer Produktserie. Das heißt: Was bei einem Hersteller als "Light" durchgeht, hat vielleicht genauso viele Kalorien wie ein normales Hundefutter eines anderen Herstellers. Sie müssen also Kaloriengehalte vergleichen, um erkennen zu können, ob das Lightfutter für Ihre Katze geeignet ist.

Lightfutter eignen sich in der Regel nicht zum Abnehmen, sondern eher zur Vorbeugung gegen Übergewicht zum Beispiel nach der Kastration oder zum Halten des Idealgewichts nach erfolgreicher Diät.

Die Bezeichnung Diätfutter ist hingegen rechtlich geschützt. Laut Futtermittelrecht dient ein Diätfutter einem "besonderen Ernährungszweck" (Indikation) und muss bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Eine EU-Richtlinie gibt vor, welche Indikationen zulässig sind und welche Angaben auf der Verpackung gemacht werden dürfen bzw. müssen. So müssen zum Beispiel auf einem Diätfutter zur Reduktion von Übergewicht der Energiegehalt und empfohlene Fütterungsmengen angegeben werden. Hier haben Sie also die Sicherheit, dass Ihre Katze mit dem Diätfutter wirklich effizient abnehmen kann.


Was zeichnet ein gutes Diätfutter für Katzen aus? Logisch, ein Diätfutter zum Abnehmen hat auf jeden Fall einen deutlich niedrigeren Kaloriengehalt als ein durchschnittliches Katzenfutter. Je nach Hersteller und Produkt liegt der Kaloriengehalt einer Reduktionsdiät meist 15 bis 25 % unter dem eines Erhaltungsfutters für erwachsene Katzen.

Ihre Katze hat also auch während der Diät eine ordentliche Futterportion im Napf, bleibt länger satt und bettelt folglich weniger, als wenn Sie ihr einfach weniger vom gewohnten Katzenfutter geben, damit sie abnimmt. Medizinische Diätfutter zur Gewichtsreduktion enthalten zwar weniger Energie, bezogen auf die Kalorienmenge aber mehr Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente als gewöhnliches Katzenfutter, damit während des Abnehmens keine Vitamin- oder Mineralstoffmängel entstehen.

Diätfutter enthalten trotz eines geringeren Fettgehalts alle lebenswichtigen essenziellen Fettsäuren, die Ihre Katze benötigt. Hochwertige Reduktionsdiäten sind sogar mit entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren angereichert, die den Blutzuckerspiegel stabilisieren helfen. Nach neuestem Kenntnisstand zusammengesetzte Reduktionsdiäten für Katzen haben einen relativ hohen Proteinanteil. Das macht sie nicht nur schmackhaft, sondern verhindert einen Mangel an essenziellen Aminosäuren, fördert den gezielten Fettabbau und im Gegenzug den Erhalt der Muskulatur während des Abnehmens. Das hält Ihre Katze nicht nur agiler, sondern wirkt auch dem gefürchteten Jojo-Effekt nach der Diät entgegen.

Lösliche und unlösliche Nahrungsfasern, auch als Ballaststoffe bekannt, sorgen dafür, dass Napf und Magen voll werden. In der richtigen Menge und Kombination fördern sie aber auch die Darmgesundheit und regulieren die Verdauung. Nützlich sind beispielsweise Fructo-Oligosaccharide (FOS), Mannan-Oligosaccharide (MOS), Flohsamen (Psyllium) und Pektine (z.B: aus Rübenschnitzeln).

Nicht zuletzt erleichtern tierärztliche Diätfutter für Katzen das Durchhalten der Diät, da sie leicht abzuwiegen und zuzuteilen sind. Mithilfe der Nutrigenom-Technologie (Nutrigenomik) konnten Nahrungsmittel identifiziert werden, die bei der Gewichtsabnahme und -erhaltung eine entscheidende Rolle spielen. Diese aufeinander abgestimmten Inhaltsstoffe unterstützen:

  • die Steigerung der Fettverbrennung

  • den individuellen Energieverbrauch

  • den Erhalt der schlanken Muskelmasse

  • die Zügelung des Appetits

Weshalb nicht einfach FdH? Auf den ersten Blick ist FdH ("Friss die Hälfte") eine einfache, praktische Lösung, die Ihe Katze gern mag und die auch noch billiger ist als die bisherige Fütterung. Trotzdem raten Ernährungsexperten davon ab, Katzen, die abnehmen sollen, einfach weniger vom gewohnten Futter zu geben, denn:

  • Ihre Katze bekommt dann nicht nur die Hälfte an Kalorien, sondern auch die Hälfte an Vitaminen, Mineralstoffen, lebenswichtigen Eiweissausteinen und so weiter. Dadurch kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

  • Studien haben gezeigt, dass Katzen und Hunde bei FdH mehr Muskelmasse verlieren als wenn sie mit einer echten Reduktionsdiät abnehmen.

  • Durch den Verlust an Muskelmasse kommt es nach der Diät eher zu einem Jojo-Effekt, denn Muskeln verbrauchen viel Energie. Wenn sie fehlen, kommt es leichter zu einem Energieüberschuss und neuen Fettpolstern.

  • Ist plötzlich nur noch die Hälfte im Napf, knurrt Ihrer Katze schnell der Magen. Sie wird mehr betteln und es Ihnen dadurch schwerer machen, standhaft zu bleiben. Manche Samtpfoten fangen gar an, Lebensmittel zu stehlen oder bauen ihren Frust durch Protestaktionen ab, beispielsweise das Zerstören von Möbeln. Ein gutes Diätfutter wirkt solchen Komplikationen entgegen, da Sie davon grössere Mengen füttern können als von gewöhnlichem Futter.

  • Nicht zuletzt ist das gewohnte Katzenfutter ja der Auslöser des Übergewichts und wenn Sie dabei bleiben, fällt es häufig schwerer, liebgewonnene Fütterungsrituale durch neue Gewohnheiten zu ersetzen.

Wichtig: Verordnen Sie Ihrer Katze auf keine Fall Fastentage!

Fasten ist für übergewichtige Katzen sehr gefährlich. Bekommt Ihre Katze kein Futter, wird sie auf die Fettpolster zurückgreifen, um ihren Energiebedarf zu decken. Damit das funktioniert, benötigt die Katze aber auch Eiweiss und beim Fasten entsteht sehr leicht ein Eiweissmangel mit fatalen Folgen für den Leberstoffwechsel. Die Leber wird mit Fett "überschwemmt", das nicht weiter verstoffwechselt werden kann und die Leberfunktion lahmlegt.

Eine solche "sekundäre hepatische Lipidose" endet, wenn die Katze nicht intensivmedizinisch versorgt wird, in der Regel tödlich!

Kann ich auch selbst kochen? Im Prinzip ja, die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass der Diäterfolg beim Selbstkochen häufiger ausbleibt. Gründe dafür sind zum Beispiel, dass die Futtermengen bei selbstgekochten Diäten vielleicht nicht so genau abgewogen werden und dass es schwierig ist, die Zusammensetzung des Menüs immer konstant zu halten. Die meisten Katzenhalter passen die Rezeptur des Futters nach und nach immer mehr an die Vorlieben ihres Stubentigers an und fettere Zutaten schmecken Katzen einfach besser als Ballaststoffe.

So wird die Diät schleichend zum Schlemmermenü und die Waage quittiert das unbarmherzig.

Mit frischen, hochwertigen Zutaten für Ihre Katze zu kochen, ist häufig teurer als ein Fertigfutter zum Abnehmen zu kaufen und zudem relativ zeitaufwändig. Manche Katzenbesitzer nehmen das gern auf sich und finden es leichter, sich an den Diätplan zu halten, weil sie mit dem Kochen aktiv etwas für ihre Katze tun können. Vielen fehlt diese Zeit jedoch.


Tipp

wenn auch Sie mit Ihrer Zeit haushalten müssen: Spielen Sie lieber etwas länger mit Ihrer Katze, anstatt sich in die Küche zu stellen. Ihre Katze freut sich über die Aufmerksamkeit und verbrennt nebenbei noch zusätzliche Kalorien.


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