Hunde im Auto bei Hitze – warum schon wenige Minuten gefährlich werden können

Wer seinen Hund gerne dabeihat, nimmt ihn auch im Sommer mit auf Ausflüge oder zu Erledigungen. Problematisch wird es, wenn der Hund währenddessen im geparkten Auto warten soll.
Ein Fahrzeug kann sich bei Sonneneinstrahlung innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen. Ein leicht geöffnetes Fenster bietet dabei keinen zuverlässigen Schutz. Auch ein zunächst schattiger Parkplatz kann später in der Sonne liegen.
Deshalb gilt für mich: Bei warmem Wetter gehört ein Hund nicht unbeaufsichtigt in ein geparktes Auto.

Warum Hitze für Hunde so gefährlich ist
Hunde regulieren ihre Körpertemperatur anders als Menschen. Sie können nur sehr eingeschränkt über die Haut schwitzen und geben Wärme hauptsächlich durch Hecheln ab.
Steigen Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit stark an, kann diese Kühlung nicht mehr ausreichen. Die Körpertemperatur steigt und es droht ein Hitzschlag. Dieser ist ein akuter tiermedizinischer Notfall und kann schwere Organschäden verursachen oder tödlich enden.
Besonders gefährdet können unter anderem ältere Hunde, Welpen, übergewichtige Tiere sowie kurznasige Rassen sein.
Ein geöffnetes Fenster reicht nicht
Ein häufiger Irrtum ist, dass ein kleiner Fensterspalt für genügend Kühlung sorgt. Er verhindert jedoch nicht, dass sich der Innenraum eines stehenden Fahrzeugs stark erwärmt.
Auch auf diese vermeintlichen Sicherheitsmassnahmen sollten Sie sich nicht verlassen:
das Auto steht beim Verlassen im Schatten
die Fenster sind einen Spalt geöffnet
Wasser steht im Fahrzeug bereit
die Klimaanlage lief zuvor
die Erledigung dauert vermeintlich nur wenige Minuten
Gerade der letzte Punkt ist tückisch. Aus einem kurzen Einkauf können durch eine Warteschlange oder ein unerwartetes Gespräch schnell zehn oder zwanzig Minuten werden.
Muss der Hund wirklich mit?
Diese Frage löst viele Probleme bereits vor der Abfahrt.
Wenn Sie wissen, dass Sie unterwegs einkaufen, einen Termin wahrnehmen oder irgendwo warten müssen, ist es an warmen Tagen häufig sicherer, den Hund zu Hause zu lassen.
Für notwendige Autofahrten sollten Sie ausreichend Wasser mitnehmen, längere Fahrten mit Pausen planen und während der Fahrt für ein angenehmes Klima sorgen. Der Hund sollte zudem entsprechend den gesetzlichen Anforderungen sicher im Fahrzeug transportiert werden.
Anzeichen einer Überhitzung erkennen Mögliche Warnzeichen sind beispielsweise:
starkes oder anhaltendes Hecheln
vermehrter Speichelfluss
starke Unruhe
Schwäche oder Taumeln
Erbrechen
auffällige Schleimhautfarbe
Teilnahmslosigkeit
Kollaps
Bei Verdacht auf einen Hitzschlag ist unverzüglich tierärztliche Hilfe erforderlich.
Bringen Sie den Hund aus der Hitze und beginnen Sie mit einer kontrollierten Abkühlung. Verwenden Sie dabei kein Eis oder eiskaltes Wasser. Auch wenn sich der Zustand scheinbar verbessert, sollte der Hund tierärztlich untersucht werden, da Folgen einer Überhitzung nicht immer sofort erkennbar sind.
Hund im heissen Auto entdeckt – was tun?
Wenn ein Hund bei warmem Wetter allein in einem geschlossenen Fahrzeug sitzt, beurteilen Sie zunächst die Situation. Befindet sich das Tier offensichtlich in Bedrängnis oder zeigt Anzeichen einer Überhitzung, sollte rasch gehandelt werden.
Versuchen Sie, die Halterin oder den Halter ausfindig zu machen und verständigen Sie bei einer akuten Gefährdung die Polizei.
Eine Autoscheibe eigenmächtig einzuschlagen, sollte nicht die erste Massnahme sein. Ob ein unmittelbarer Eingriff gerechtfertigt ist, hängt von der konkreten Notlage ab. Im Zweifel sollten Sie sich von der Polizei anleiten lassen.
Aus meiner Arbeit als Tierbetreuerin
Nicht jeder Hund muss bei jeder Erledigung dabei sein.
Gerade an heissen Tagen ist es oft entspannter, wenn ein Hund während eines Einkaufs, Termins oder längeren Restaurantbesuchs in seiner vertrauten Umgebung bleiben kann.
Wenn eine Betreuung benötigt wird, kann ein vereinbarter Hundespaziergang eine Alternative sein: Der Hund erhält Bewegung und Beschäftigung, ohne währenddessen in einem aufgeheizten Fahrzeug warten zu müssen.
Fazit: Im Zweifel bleibt der Hund zu Hause
Ein geöffnetes Fenster, etwas Wasser oder ein Schattenplatz machen ein geparktes Auto im Sommer nicht zuverlässig sicher.
Wenn absehbar ist, dass Ihr Hund während einer Erledigung allein im Fahrzeug warten müsste, planen Sie besser ohne ihn. Das ist eine kleine organisatorische Entscheidung, die ein erhebliches gesundheitliches Risiko vermeiden kann.
Weitere Informationen finden Sie unter Hundespaziergang und Hundebetreuung in Bern.



